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Die "Fussballfanlegende" aus dem Kremstal - Groundhopping - Austria Salzburg
LASK und "unser TEAM"

 

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„Von Wels über Vöcklamarkt, Salzburg-Stadt, Bergheim, Wals-Grünau/Staatsgrenze nach Klessheim und wieder zurück"

 

Längst war es schon an der Zeit, die mehrmals pro Jahr stattfindenden Fanfahrgemeinschaftsreisen zur Austria aus Salzburg für etwas Umfangreicheres zu nutzen. Gemeint ist damit ein Groundhopping-Wochenende, von Wels ausgehend nach Salzburg. Selbiges wurde schließlich am Wochenende des 23., 24. und 25. März in die Tat umgesetzt.

Beginnen sollte unsere Tour am Welser Hauptbahnhof, wo unter enormem berufsalltäglichen Zeitdruck der ICE um 17:45 Uhr nach Salzburg knapp erreicht wurde, um erstmals in Vöcklabruck umzusteigen und nach Vöcklamarkt weiter zu reisen, wo das erste Ziel der Wochenendtour wartete das Regionalliga Mitte Match UVB Vöcklamarkt gegen SK Vorwärts Steyr. Ein Oberösterreich-Derby, indem der Tabellenachte auf den abstiegsgefährdeten Traditionsklub schlechthin aus Ost-Oberösterreich traf. Letzteren ereilte übrigens im Jahre 2001 ein ähnliches Schicksal wie die in der gleichen (dritthöchsten österreichischen) Spielklasse kämpfende Salzburger Austria 2006. Ein Neuanfang musste in den Untiefen des Unterhauses gestartet werden. Mittlerweile aber ebenfalls längst Teil einer erfolgreichen Vereinshistorie seit dem Jahrtausendwechsel. Auch das war ein Mitgrund für uns Fans des Traditionsfußballs, dieses Auswärtsmatch des SK Vorwärts Steyr zu verfolgen.

Das Vöcklamarkter Stadion in der Au, etwas am Rande der Gemeinde gelegen, bot grundsätzlich ein fanfreundliches Flair, da sich 2 Tribünen an der Längs- und Breitseite des Spielfeldes befanden und auch eine verhältnismäßig viel Platz bietende Kantine mit Grill vorzufinden war. Für das leibliche Wohl war in kulinarischer Hinsicht gesorgt. Lediglich die für dieses Spiel abgestellten Exekutiv-Beamten empfingen uns wenig herzlich. Nach Betrachtung unseres Transparentes und der Identifikation als Austria Salzburg Fanklub, wurde man plötzlich der organisierten Ruhestörung und Zerstörungslust verdächtigt. Bekanntschaften sei Dank, konnte die Exekutive dann jedoch von unseren friedlichen Vorhaben, lediglich unsere beiden Transparente etwas abseits der beiden Fansektoren zu hissen, überzeugt werden und im Endeffekt war vor allem der hiesige Ordnerdienst mit Fanpolizeiunterstützung von unserer positiven Kommunikationsfreudigkeit beeindruckt, ließ uns dies nach Spielende auch wissen und merken, indem auf unseren Wunsch noch ein Foto mit den Transparenten geschossen wurde.
Vom freudigen Trubel nach dem Spiel übersah man etwas die Zeit und nahm versehentlich auf getrennten Wegen, dafür mit freundlicher Unterstützung zweier Einheimischer, den Weg zum Bahnhof, wo dank unserer mäßigen, aber doch ausreichenden Sprinterqualitäten die Weiterfahrt per Zug sichergestellt werden konnte. Am Vöcklabrucker Bahnhof gab man euphorisch und „gut betankt" noch einiges an Austria-Liedgut zum Besten, wobei dies wahrlich nicht von allen Bahnreisenden freudig quittiert wurde. Doch erneut konnte man durch diplomatische Kommunikation „nationenübergreifenden" Problemen aus dem Weg gehen.

Schließlich um kurz vor 23 Uhr in Salzburg angekommen, musste zuerst in der gebuchten Herberge eingecheckt werden. Nach getaner Arbeit statteten wir meinem in Salzburg wohnhaften Onkel noch einen Besuch in Salzburgs bestem Irish Pub „Murphy’s Law" ab, wo man in trauter Dreisamkeit den Abend ausklingen ließ und am Heimweg im „Strobl Stüberl" noch einmal köstliche Hausmannskost à la Cordon Bleu dinierte, ehe man sich nach langwierigen letzten Metern zum Quartier erschöpft dem Schlaf widmete, so mancher tat dies auch schon etwas früher …

Etwas gezeichnet nahm man das Samstagvormittagsprogramm in Angriff, wobei zuallererst das zimmereigene Waschbecken als Trinkgefäß herhalten musste. Schließlich brach man in Richtung Hauptbahnhof auf, um dort ein Frühstück in Form von mehreren Würsteln und Stiegl-Braukunst-Flaschen zu sich zu nehmen. Sichtlich gestärkt ging es mit den Salzburg Linien in den nördlichen Salzburger Stadtteil Itzling, wo man an der ASV Sportanlage die Reservemannschaften von ASV Salzburg und USK Hof zumindest für eine Halbzeit „bewundern" durfte, na ja man bemühte sich wenigstens…

Die Amateursportvereinigung Salzburg ist ein traditionsreicher Laufsportverein. Darüber hinaus ist die ASV Salzburg auch als Veranstalter großer Laufevents wie Marathons und Silvesterläufen bekannt. Der heutige Fußballverein wurde im Jahr 1946 als Fußballsektion des ATSV Itzling ins Leben gerufen. 1948 kam es zur Umbenennung in ASV-ASKÖ Salzburg. Seit 2006 ist die einstige Fußballsektion ein eigener Zweigverein des ASV-ASKÖ Salzburg. Der größte sportliche Erfolg des Vereins war der Landesliga-Meistertitel und der damit verbundene Aufstieg in Österreichs zweithöchste Spielklasse im Jahre 1965, als der oberösterreichische Traditionsverein LASK als erster Nicht-Wiener-Klub österreichischer Meister wurde. 1975 und 1983 feierte man den Meistertitel in der Landesklasse. Der Gegner USK Hof ist durch seine überaus erfolgreiche Damenmannschaft bekannt, die seit 2008/09 als erste und einzige Salzburger Mannschaft in der ÖFB-Frauenliga (höchste Liga) spielt. Beide Vereine waren übrigens in den vergangenen Jahren Gegner der Austria Salzburg, während ihrem 4-jährigen Durchmarsch in die Regionalliga West.

Transparente gehisst, wieder abmontiert und retour zum Linienbus, in welchem schließlich ganze 44 Minuten verbracht wurden, bis endlich das westliche Ende des Salzburger Vorstadtgebietes Wals, genauer Grünau, erreichte wurde und man sich somit sehr nahe der Österreichisch-Deutschen Staatsgrenze befand. Von einigen nicht ganz so schön gekühlten Dosenbieren gestärkt, navigierten wir erfolgreich zur Heimstätte des in der Salzburger Liga (4. Liga) spielenden SV Wals-Grünau, der an diesem Nachmittag auf den FC Puch traf. Austria-Fans werden diese Vereinsnamen erneut bekannt vorkommen. Auch sie begleiteten unsere Violetten je ein Jahr lang auf ihrer Aufstiegstour.

Vor allem der FC Puch darf auf eine ereignisreiche Vereinshistorie zurückblicken. Gegründet 1945 als ATSV Puch, 1948 umbenannt in FC Puch ist mehrfacher Salzburger Landesmeister, Hallenfußballmeister, Meister der 1. Landesliga 1987 und sogar Meister der Regionalliga West. Von 1984 bis 1992 arbeitete man sich als Kooperationsverein der damals in der 1. Division (höchste Spielklasse) spielenden Austria Salzburg und unter Sportdirektor Heribert Weber mittels dreier Meistertitel in die 2. Division hoch. 1994/95 begann jedoch der sportliche Abstieg, bis man schließlich 2005 wieder in der heutigen Salzburger Liga landete.

Im Hans-Ludwig-Stadion angekommen, staunten wir nicht schlecht über das luxuriös errichtete Vereinshaus des SV Wals-Grünau. Im Erdgeschoß die Kabinen und sämtliche für den Sport wesentliche Räumlichkeiten, im Stock darüber die Vereinskantine, welche eher schon einem kleinen Restaurant glich, mit all ihren Tischen und einer Bar. Zu unserer Freude wurde hier sogar Weißbier der „Heimatmarke" Stiegl – die Brauerei befindet sich bekanntlicher Weise in Maxglan, nahe des Austria-Platzes – ausgeschenkt. Erneut befestigte man die beiden Transparente an dem gut einen Meter hohen Frontgeländer der relativ modernen Tribüne, wobei während des Matches ein ins Out geklärter Ball beinahe unser „On Tour"-Transparent zerstörte. Mit Klebeband wusste man selbiges aber, unter heftigem Fluchen meinerseits in Richtung Spielfeld, noch zu retten, musste es doch am nächsten Tag noch ein Match überstehen.

Die Qualität der Akteure am Platz überzeugte uns zwar weniger, jedoch gab es insgesamt 4 Tore, gerecht auf beide Teams verteilt, zu bewundern, wobei die Heimmannschaft in letzter Minute, aber verdient ausglich. Nach dem Match wurde prompt ein gutes Glas vom zuvor erwähnten Weißbier in der Kantine konsumiert, dabei kam man mit einigen Einheimischen ins Gespräch, die sich gegenüber dem Thema Groundhopping sehr aufgeschlossen zeigten und interessiert unseren Erfahrungen lauschten. Einige begeisterte Gespräche über den deutschen Fußball später, hieß es für uns wieder die Rückfahrt in Richtung Stadtzentrum in Angriff zu nehmen. Zurück durch die Ortschaft, voller Euphorie Fanlieder singend, ob der Tatsache, dass am nächsten Tage der Höhepunkt unseres Wochenendes in Klessheim wartete. Dazwischen lag jedoch noch ein stimmungsvoller Abend, diesmal zwar etwas kürzer als am Vortag, dafür intensiver und wiederum in Salzburgs Irish Pub Nummer 1, in der Gstättengasse, wobei uns der Barkeeper strikt darauf hinwies, diesmal Abstand von „Hooligan songs" zu nehmen. Diese Wortwahl rief zwar Empörung bei uns hervor, da am letzten Abend ausschließlich positives Liedgut über die Stadt und den Traditionsverein aus Salzburg geschmettert wurden, jedoch pflichteten wir ihm bei, dass wir den Abend ruhig ausklingen lassen würden. Ob dies schlussendlich eingehalten werden konnte, sollen andere beurteilen…

Der nächste Morgen begann sehr früh. Bereits um 9 Uhr trafen wir die letzten Vorbereitungen für den letzten Tag unserer Tour, verließen die Herberge, welche wir 2 Nächte belegt hatten und nahmen am Bahnhof ein Nomadenfrühstück mit auf den Weg (bestehend aus Baguette, Dosenbier und Red Bull-Ersatzgetränk), der uns via Lokalbahn zunächst nach Bergheim zum Match der Bergheimer 1b gegen jener unserer Salzburger Austria führte. Ein wunderbarer Frühlingsspaziergang durch die fast schon ländliche Umgebung, über eine Brücke und über den Trainingsplatz, wo bereits aufgewärmt wurde, hinauf auf eine schmucke Sitzplatztribüne mit geschätztem Fassungsvermögen von 200 Sitzplätzen auf der Längsseite des Hauptfeldes. All das durfte auch noch verbucht werden. Zum vorletzten Mal unsere Textilien gut sichtbar, in der obersten Tribünenreihe platziert und ein Frühshoppenbier genießend, wurden nun endlich violette Spieler beim Einlaufen beklatscht, besungen und angefeuert.

Die Sektion Fußball der TSU (Turnsportunion) Bergheim wurde übrigens im Jahr 1965 gegründet. Nach einer Fusion mit seinem lokalen Konkurrenten SK Kasern (damals Absteiger aus der 1. Klasse Nord) trat der damals in der 2. Klasse Nord B spielende Verein als SU (Sportunion) Bergheim-Kasern und schließlich seit dem 26. Jänner 2004 als FC Bergheim auf. Von 1970 bis 1972 spielte der Verein in der vierthöchsten Spielklasse Österreichs, was seither nicht mehr erreicht wurde. Nachdem man die 80er-Jahre in der 1.Klasse verbrachte, musste man die 90er gar in der 2.Klasse bestreiten, bis man exakt zur Jahrtausendwende den Wiederaufstieg in die 1. Klasse und 8 Jahre später den bislang letzten Aufstieg in die 2. Landesliga schaffte.

Außer respektvolle Blicke für unseren 2-Mann-Support(versuch) von den einheimischen Zusehern gab es allerdings nichts zu ernten, denn die Heimmannschaft war der jungen Austria-Reserve klar überlegen. Nach 45 Minuten stand es bereits 3:1. Schlussendlich sollten die Bergheimer mit sage und schreibe 10:1 als überlegener Sieger vom Platz gehen, wovon wir allerdings nichts mehr mitbekamen, da bereits zur Halbzeit der Weg zurück zur Lokalbahnhaltestelle bestritten werden musste, da sich ansonsten die Ankunft um 12:30 Uhr in Lehen zeitlich nicht ausgegangen wäre. Warum nach Lehen? An diesem Sonntag eine Frage, die wohl jeder sportinteressierte Salzburger und auch jeder Anhänger des Traditionsfußball in Europa richtig zu beantworten wusste. Im Zentrum des Stadtteils Lehen, am ehemaligen Standort des einst charismatischsten Stadions Österreichs, wo heute nur noch eine Stadtbibliothek steht, war der Treffpunkt zum Marsch der Anhängerschaft der violetten Austria nach Klessheim, wo das kommerzielle Feindbild – im einstigen eigenen „Lizenzmantel", der seit 2005 nicht mehr violett, sondern rot-weiß ist – unter der Obhut des hiesigen Energy-Drink Konzerninhaber Dietrich M. (dieser Name ist für viele Austria Salzburg-Fans unaussprechbar und ohnehin allseits bekannt) leidenschafts- und emotionslos dahinvegetiert.

Nachdem sich geschätzte 1000 in violett gekleidete Austrianer lautstark eingesungen hatten und unser multifunktionales Transparent zum nicht zu übersehenden Doppelhalter umgewandelt wurde, begann der Marsch Richtung ehemaliges EM-Stadion mit Zwischenstation am Einkaufszentrum Europark, wo sich der Mob noch etwas verstärkte. Am Ziel angekommen musste man das übliche Sicherheitsprozedere der Ordner über sich ergehen lassen, bevor ein letztes Mal unser Transparent einen möglichst guten Platz bekommen konnte und wir in den Gesang des immer voller werdenden Gästeblock einstimmten. Da es zum darauffolgenden Match genügend Spielberichte in allen Medien Österreichs gibt, beschränken wir uns auf das Wesentliche. Die Akademie-Jungbullen, als 1b des FC Kommerz Salzburg gekleidet, war unseren Violetten spielerisch und diesmal auch kämpferisch überlegen, nützte somit auch einige der individuellen Fehler der Salzburger Austria zu einer komfortablen 3:0-Führung nach etwa einer Stunde. Erst gegen Ende der Partie kam die Herzensmannschaft von Salzburg besser ins Spiel. Mehr als ein Ehrentreffer und zwei vergebene Sitzer konnten zum 4:1-Endergebnis aber nicht mehr beigesteuert werden. Somit verlor man verdient – ja, auch in dieser Höhe – zum ersten Mal gegen die Red Bull Juniors seit man gegeneinander in der Regionalliga West antritt. Hängende Köpfe bei Spielern, Funktionären und vor allem bei den Fans von Austria Salzburg. Auch unsere Stimmungslage sehr gedämpft, obwohl der violette Block durchwegs lautstark zur Geltung brachte, wer zumindest in punkto Herz, Leidenschaft und Emotionen in Salzburg die Nummer 1 stellen darf.

Trotz der Niederlage konnte man ob des überaus ereignisreichen Wochenendes zufrieden die Heimreise antreten, hatte man doch 5 verschiedene, abwechslungsreiche und vielfältige „Grounds" besucht und Salzburg bei Nacht, stets humorvoll gestimmt, etwas näher kennen gelernt.

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